Backlinks analysieren —
in 6 Schritten zum klaren Bild
Backlinks sind einer der wichtigsten Ranking-Faktoren — aber die meisten Website-Betreiber wissen nicht, wer eigentlich auf sie verlinkt. Diese Anleitung zeigt dir, wie du dein Linkprofil erfasst, die Metriken richtig liest und die Backlinks deiner Wettbewerber auswertest. Die ersten zwei Schritte sind komplett kostenlos.
Warum die Backlink-Analyse so wichtig ist
Links von anderen Websites sind für Google ein zentrales Vertrauenssignal: Wer von relevanten, seriösen Seiten verlinkt wird, gilt als empfehlenswert. Eine Backlink-Analyse beantwortet dir drei Fragen: Wer verlinkt auf mich? (Bestandsaufnahme), Wie stark ist mein Linkprofil im Vergleich zur Konkurrenz? (Benchmark) und Wo liegen ungenutzte Chancen? (Linkaufbau-Potenzial).
Du brauchst dafür kein teures Tool-Abo, um anzufangen — die ersten beiden Schritte funktionieren komplett kostenlos.
Eigene Backlinks in der Google Search Console erfassen
Der beste Startpunkt ist kostenlos und kommt direkt von Google: Öffne in der Google Search Console den Bericht „Links" (im linken Menü unten). Dort siehst du drei Auswertungen: deine meistverlinkten Seiten, die am häufigsten verweisenden Websites und die verwendeten Linktexte.
Exportiere die Liste der verweisenden Websites als CSV — sie ist deine Basis für alle weiteren Schritte. Beachte: Die Search Console zeigt eine Stichprobe aus Googles Sicht, keine vollständige Link-Datenbank, und keine Qualitätsmetriken.
Linkprofil mit einem kostenlosen Tool ergänzen
Die Search Console zeigt nur, was Google dir zeigen will. Für eine zweite Perspektive ergänzt du ein Tool mit eigener Link-Datenbank. Im dauerhaft kostenlosen Free Plan bietet Seobility eine Basis-Backlink-Analyse — auf Deutsch und ohne Zeitlimit, für ein Projekt.
Vergleiche beide Quellen: Tauchen in der Search Console verweisende Domains auf, die das Tool nicht kennt (oder umgekehrt)? Das ist normal — jede Link-Datenbank crawlt anders. Die Schnittmenge ist dein verlässlicher Kern.
Die wichtigsten Metriken verstehen
Rohdaten allein nützen nichts — entscheidend ist, wie du sie liest. Diese vier Kennzahlen zählen:
Verweisende Domains
Wichtiger als die reine Linkanzahl: 10 Links von 10 verschiedenen Websites sind wertvoller als 100 Links von einer einzigen Domain (z. B. aus einem Footer).
Domain Authority (DA)
Die bekannteste Backlink-Metrik, entwickelt von Moz: schätzt die Linkstärke einer Domain von 1–100. Gut zum Vergleichen — aber keine offizielle Google-Kennzahl.
Follow vs. Nofollow
Nur Follow-Links geben volle Linkkraft weiter. Nofollow-Links (z. B. aus Kommentaren oder Anzeigen) gehören trotzdem zu jedem natürlichen Linkprofil dazu.
Linktexte (Ankertexte)
Mit welchen Worten wird verlinkt? Ein natürliches Profil mischt Markennamen, URLs und beschreibende Texte. Auffällig viele identische Geld-Keywords sind ein Warnsignal.
Wettbewerber-Backlinks analysieren
Jetzt wird es strategisch: Analysiere die Linkprofile der Websites, die vor dir ranken. Die Kernfrage lautet: Welche Websites verlinken auf meine Konkurrenten, aber nicht auf mich? Jede dieser Quellen — Branchenverzeichnisse, Fachblogs, Ressourcen-Listen — ist ein konkreter Kandidat für deinen eigenen Linkaufbau.
Dafür brauchst du ein Tool mit eigener Link-Datenbank, denn die Search Console zeigt nur die eigene Website. Drei bewährte Optionen: Mangools LinkMiner (im günstigen 5-Tool-Bundle), der Moz Link Explorer (mit DA-Metrik und Spam-Score) und die Backlink-Analyse von SE Ranking (deutsches Interface, Teil der All-in-One-Suite).
Auffällige Links bewerten — Disavow nur im Ausnahmefall
Beim Durchsehen deines Linkprofils wirst du fast sicher auf merkwürdige Links stoßen: Spam-Verzeichnisse, Scraper-Seiten, fremdsprachige Linkschleudern. Die gute Nachricht: Google ignoriert minderwertige Links heute größtenteils von selbst. Panik ist nicht nötig.
Das Disavow-Tool von Google (Entwertung von Links) ist für echte Ausnahmefälle gedacht — insbesondere, wenn in der Search Console eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links vorliegt. Wer ohne Not wahllos Links entwertet, riskiert eher Schaden als Nutzen, weil auch gute Links versehentlich mit entwertet werden können.
Laufendes Monitoring einrichten
Ein Linkprofil ist nie fertig: Neue Links entstehen, alte verschwinden, wenn Seiten offline gehen oder umgebaut werden. Richte deshalb ein regelmäßiges Monitoring ein — Tools wie SE Ranking oder Moz Pro überwachen dein Linkprofil laufend und melden neue und verlorene Backlinks.
Als Minimal-Routine ohne bezahltes Tool: Schau einmal im Monat in den Links-Bericht der Search Console und vergleiche die Zahl der verweisenden Websites mit dem Vormonat. Ein plötzlicher Einbruch ist ein Signal, genauer hinzusehen — etwa ob eine stark verlinkende Seite offline gegangen ist.
Welches Backlink-Tool passt zu dir?
Für die Schritte 4 und 6 brauchst du ein Tool mit eigener Link-Datenbank. Unser Vergleich zeigt, was Moz Pro, SE Ranking und Mangools LinkMiner jeweils können — mit Preisen und klarer Zielgruppen-Empfehlung.